Kurzsichtige Politik beim Klimaschutz
Die auf Grund der Weltlage steigenden Preise für Öl, Gas, Diesel und Benzin machen Menschen Angst und führen zu Verunsicherung – auch bei uns im Mühlenkreis. Aufgabe der Bundesregierung wäre es jetzt die Rolle der Erneuerbaren Energien zu stärken, die Forschung in Speichertechnologien zu intensivieren, den Netzausbau zu forcieren und eine dezentrale Energieversorgung zu gestalten, so Rainer Rohrbeck vom Klimabündnis im Mühlenkreis. Solange wir uns diese Abhängigkeit von fossilen Energieträgern erlauben, wird dieses Dilemma bleiben. Und wir unterstützen mit unseren Zahlungen fragwürdige politische Regime nicht nur im Nahen Osten.
Leider scheint die Politik der jetzigen Bundesregierung zur Zeit die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern eher zu fördern statt sie zu reduzieren und auf lange Sicht festzuschreiben. Bei den Planungen des Wirtschaftsministeriums zur Reform des Gebäudeenergiegesetzes und bei kleinen Solaranlagen ist jedenfalls nicht der Wille erkennbar, sich von den Fossilen zu trennen.
Dabei ginge es auch anders: Mit Sonne und Wind können wir uns mehr und mehr unabhängig machen, müssen nicht auf Dauer jährlich über 60 Milliarden Euro für Öl und Gas ausgeben. Sinnvoller ist das Geld angelegt in Wind- und Solaranlagen!
Dass es auch anders geht, weiß einer aus dem Vorstand des Klimabündnis aus eigener Erfahrung: „Eine gute Beratung hat uns beim Hausbau vor 10 Jahren überzeugt, mit einer Wärmepumpe zu heizen und den Strom dafür zumindest teilweise selber mit einer mittelgroßen Photovoltaikanlage zu erzeugen. Die entstandenen Mehrkosten haben wir, wenn es so weiter geht, in Kürze schon erwirtschaftet. Zur Zeit kaufen wir monatlich Strom für etwa 100€ und für den eingespeisten Strom erhalten wir etwa 100€. Heizung, warmes Wasser, Licht, ein E-Auto – dafür entstehen uns also keine weiteren Kosten. Darüber hinaus sind wir froh und dankbar, nicht irgendwelche Autokraten in Öl- und Gasstaaten zu unterstützen.“
Das Klimabündnis verweist auf die im Kreis und einigen Kommunen vorhandenen Klimaschutzmanager und -Managerinnen. Sie organisieren Info-Veranstaltungen, weisen auf Förderprogramme hin, geben wertvolle Tipps, vernetzen klimapolitische Aktivitäten und sind für die Menschen vor Ort wichtige Ansprechpartner.
Deshalb ist es sehr befremdlich, dass im Moment einige Kommunen im Kreis keine Folgeanträge für ihre Klimaschutz-ManagerInnen stellen. Diese Stellen werden für finanzschwache Kommunen großzügig vom Land gefördert und leisten wichtige Hilfe bei der notwendigen Energiewende. Häufig wird mit knappen Kassen argumentiert, aber dabei übersehen, dass Strukturen zerstört, den Bürgerinnen Informationen und Beratung entzogen und informative Veranstaltungen nicht mehr stattfinden werden. Es entsteht der Eindruck, dass da gezielt eine Entwicklung zu mehr Klimaschutz als unnütz torpediert wird. Schade und ärgerlich! Von den politischen Verantwortlichen erwarten wir als Klimabündnis mehr Weitblick und Verantwortung.









